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schon wieder eine späte Abrechnung...

Herausgegeben von tinjo in WORTE ZUM TAG · 5/4/2017 19:32:49
Tags: JürgJeggeDummheitistlernbar

Neuester Bericht zum "Fall Jegge": 5.Oktobrr 2017: Bericht in der NZZ

Jürg Jegge gilt als guter Pädagoge und ist vor allem bekannt durch sein Buch "Dummheit ist lernbar".
Nun soll alles nicht mehr so vorbildlich sein, wie es über Jahrzehnte angesehen wurde. Denn Jegge hat Schreckliches getan!
Das findet vor allem einer, der jetzt ein Buch darüber geschrieben hat und - wie "Pittet" und schon andere vor diesem - dazu aufruft, dass andere "Opfer" es ihm gleich tun und ihr Schweigen überwinden.

  • Einmal mehr muss ich da gegen den gesellschaftlich unaufhaltbaren Strom "schwimmen" und versuchen, wenigstens einige etwas tiefsinnigere Menschen zu gewinnen, wie ich darüber nachzudenken, ob es nicht doch endlich an der Zeit wäre, dem Strom der Gesellschaft eine andere Richtung zu geben.

Immer öfter werden alte Geschichten aufgedeckt und längst vergangene "Taten" ans Licht gezerrt und bis dahin unverdächtige Menschen gesellschaftlich fertig gemacht.

  • Einmal mehr muss ich auch beteuern, dass es mir keineswegs darum geht, fehlbare Taten gut zu heissen und "Täter" zu schützen. Bis 2012 waren auch "pädosexuelle" Taten mit einer Verjährungsfrist versehen. Im "Fall Jegge" handelt es sich um verjährte Taten, weil das verschärfte Gesetz nur für Taten gilt, die nach Inkraftsetzung der Unverjährbarkeit noch nicht verjährt waren. Heute sind also solche Taten unverjährbar, was dem heutigen gesellschaftlichen Empfinden entspricht, aber leider vor allem die "Opferrolle" interessant macht. Viel besser wäre, wenn "Opfer" schnellstmöglich aus dieser Rolle aussteigen könnten, wenn also möglichst keine Situation mehr entstände, wo jemand "Opfer" eines sexuellen Übergriffes wird.


Das würde aber eine ganz andere juristische Beurteilung von Sexualität bedingen.

Sexuelle Praktiken hätten im Strafgesetzbuch nur noch dann eine Bedeutung, wenn solche von einem Partner mit Gewalt erzwungen werden. Dann müsste bei sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Kindern nur noch dann eingeschritten werden, wenn wirklich das Recht des Kindes missachtet wird.
Das ist aber heute "zum Schutz der Kinder" sehr einseitig geregelt, indem das Kind zu einem solchen Kontakt immer nur NEIN sagen darf, bzw. muss, um mit einem JA nicht den Erwachsenen einer Bestrafung auszusetzen, wenn er auf einen solchen Wunsch eingeht.
Ist das Recht?
Ist das nicht eine gesetzliche Missachtung von Menschenrechten, denn auch das Kind ist ein Mensch mit allen Rechten, die einem Menschen zukommen.
Echter Kinderschutz ist echtes Eingehen auf die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern. Wenn es um Sexualität geht, haben sie aber nur jene Rechte, die ihnen Erwachsene nach ihrem eigenen Gutdünken zugestehen. Kinder sind aber keine Einheitsmasse, sondern jedes Kind hat seine ihm eigenen Gefühle und Bedürfnisse und diese können sehr verschieden sein und sich auch altersmässig sehr unterschiedlich entwickeln.
Das hat sehr viel mit dem hier erwähnten Fall zu tun, wo ein heute Erwachsener damals als Kind "missbraucht" wurde.
Hätte dieses Kind damals gewusst, dass es zu dem, was mit ihm gemacht wurde, ja oder nein hätte sagen können, fühlte der heute Erwachsene sich nicht als "Opfer".
Er war damals einfach dem übermächtigen Erwachsenen ausgeliefert und niemand fand daran etwas falsch  oder wollte etwas Falsches bemerkt haben..
Heute werden Kinder schon sehr früh auf das NEIN-sagen-dürfen eingeübt, wenn ihnen etwas nicht behagt.
Das verhindert aber nicht, dass sie immer noch wie früher zu "Opfern" werden können, weil eine noch grössere Kluft entsteht zwischen dem, über das ein Kind sprechen darf und was es geheim halten muss, wenn es nicht den Erwachsenen in Schwierigkeiten bringen will, von dem es sich abhängig fühlt. Es leidet ja an dieser Abhängigkeit erst, wenn es etwas mitgemacht hat, was es im Nachhinein bereut oder wenn es dazu gezwungen wurde. Beides aber erzeugt im Kind Schuldgefühle, die dadurch verstärkt werden oder erst dann entstehen, wenn es merkt, dass es mit niemandem offen darüber sprechen kann oder dass Erwachsene komisch reagieren.
In einem "Missbrauchs"- Prozess kommt dann meist auch der Vorwurf, der "Täter" hätte das   Kind zum Schweigen gezwungen. Ich kenne keinen Fall, in dem ein Kind zu seinem Recht kam, wenn es beteuerte, dass es aus Überzeugung und ohne Schaden zu etwas JA gesagt hat. Der "Täter" wird immer  bestraft, auch wenn bei einem Kind kein Schaden entstand und es sich nicht "missbraucht" fühlt und auch keine Spätfolgen zu erwarten sind.  
Was also nützt es, längst zurückliegende Taten an die Öffentlichkeit zu zerren und Menschen für Dinge haftbar zu machen, die unter anderen Verhätnissen entstanden sind?

Wenn Menschen Jahrzehnte brauchen, um etwas zur Sprache zu bringen, das sie scheinbar immer noch belastet, stimmt in der ganzen Gesellschaftsstruktur etwas nicht!

Verjährungsfristen sind eine gute Sache, weil alles seine Zeit haben muss und jede Zeit sein Gutes und sein Schlechtes hat, aber alles auch ein Ende haben muss, damit Neues enstehen kann.
Leider wurde in dieser Sache jede Verhältnismässigkeit
missachtet und dem gesellschaftlichen Druck nachgegeben.
Dieser entstand durch eine schon viel zu lange anhaltende verhängnisvolle Entwicklung, wie menschliche Sexualtät gelebt, bewertet und wie darüber in den Medien berichtet wird.
Wann endlich kommt die Wende, die Kinder wirklich kindgerecht Mensch sein lässt, ohne Machtmissbrauch durch Erwachsene?
(Wenn ein Kind generell zu etwas nur NEIN sagen darf, um einen Erwachsenen nicht der Bestrafung auszuliefern, ist das auch Machtmissbrauch!)        

>>> mehr zum "Fall Jegge" <<<


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