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Der "Fall Jürg Jegge"

Themen > Schule und Erziehung

Jürg Jegge als Mensch und Pädagoge:

Wikipedia ist wohl die populärste Adresse, wenn man einen Überblick haben will über einen in der Öffentlichkeit bekannten Menschen.
Heute, am 11.April 2017 ist der Eintrag über Jürg Jegge bereits mit einer recht neutral geschriebenen Bemerkung zu den "Verfehlungen" nachgeführt :
"Im April 2017 veröffentlichte Jegges ehemaliger Schüler Markus Zangger zusammen mit dem Journalisten Hugo Stamm das Buch Jürg Jegges dunkle Seite, in dem er ihm jahrelangen sexuellen und psychischen Missbrauch vorwirft. Rechtlich gesehen sind die über 30 Jahre zurückliegenden Übergriffe zumindest im Fall von Markus Zangger verjährt. Jürg Jegge gab der Presse gegenüber darauf hin zu, dass es zu sexuellen Kontakten mit Markus Zangger und anderen Schülern gekommen sei, mit insgesamt «weniger als zehn». Er habe darin eine Form der Therapie für die Kinder im Rahmen der Reformpädagogik gesehen. Diese Art von Therapie würde er heute nicht mehr anwenden.
Nachdem der Stiftungsrat sich von Jegge distanziert hatte, trat er als Ehrenpräsident der Stiftung Märtplatz zurück."

Jürg Jegge (Wikipedia)

Eine Montessorischule und Kindergruppe hat Jegge im März2 2016 zu einem Vortragsabend eingeladen. Ob heute in der Einladungsschrift imemr noch dies geschrieben würde, muss bezweifelt werden... :
"Auf erfrischende und   provokante   Art   plädiert   Jürg   Jegge   für   das Menschsein."

Vortragsabend mit Jürg Jegge


Die "WOZ" schrieb im September 2016 einen aufschlussreichen Bericht zu Jegges Lehr- und Lernmethoden. heute tönt es vom
Zürcher LehrerInnenverband anders als vor noch nicht so langer Zeit:
"Gehört werden Jegges Forderungen durchaus auch heute noch. «Ein spannendes Konzept», findet etwa Lilo Lätzsch, Sekundarschullehrerin und Präsidentin des Zürcher LehrerInnenverbands. Es stelle aber hohe Anforderungen, die im Schulalltag teils kaum erfüllt werden könnten. «Seine Devise ‹Jedes Kind da abholen, wo es gerade steht› klingt toll, ist aber mit den gegebenen Ressourcen schlichtweg nicht zu bewerkstelligen.» Die Folge: Auch wenn sich in den letzten Jahren viel getan habe, setze das Schulsystem insbesondere «leistungsschwache» SchülerInnen noch immer stark unter Druck"

Weg von der Kindersortieranstalt

Ein aufschlussreiches Interview in dem Jegge erklärt, wie er Schule versteht.

Man muss mit dem Käse kochen und nicht mit den Löchern!  
(
Falls link nicht funktioniert, hier klicken und dann auf "Pädagogik". Dort ganz nach unten fahren und auf dieText-Fotografie klicken.)


Ein Bericht vom November 2006 in der NZZ, wie er heute auch nicht mehr geschrieben würde.

Dummheit ist lernbar...


Eine Sammlung von Texten über "lernbare Dummheit"

Dummheit ist lernbar

Medienberichte aus Anlass der Präsentation von Zanggers Anklage-Buch zu Jürg Jegge:

Der beste Bericht zum Buch von Zangger:
Ein Drecksbuch
Warum das Buch «Jürg Jegges dunkle Seite» jegliche Grenzen von Recht und Anstand überschreitet


Ein SRF-Interview mit Jegge in seinem Haus und der Hinweis: Jegges  "Taten sind allerdings rechtlich gesehen verjährt. Trotzdem beschäftigt sich die Zürcher Staatsanwaltschaft nun mit dem Fall."  
"Zudem hat auch die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) eine Untersuchung angekündigt. Auch wenn die mutmasslichen Taten Jegges juristisch verjährt seien, würde man der Sache nachgehen"

Fall Jegge beschäftigt Justiz


Ener der ersten Berichte nach der Präsentation von Janggers Buch mit einer Video-Erklärung von Hugo Stamm:

Jegge bestreitet sexuelle Kontakte nicht


Eine Zusammenfassng von Jegges Wirken und ein Video inwelchem die Autoren (Stanm und Jangger) an der Pressekonferenz sprechen:

Der tiefe Fall eines Gefeierten


Ein aufschlussreiches und ziemlich korrektes Interview mit Jegge in der NZZ:

«Ja, ich hatte sexuellen Kontakt mit meinem Schüler»

"Der als «Lehrer der Nation» bekannt ­gewordene Sonderschullehrer ist von seinem ehemaligen Schüler Markus Zangger des sexuellen Missbrauchs bezichtigt worden. Die behaupteten Delikte sollen sich zwischen 1970 und 1983 ereignet haben. Selbst unter der Annahme, dass sich Jegge der sexuellen Handlungen mit Kindern und/oder der sexuellen Nötigung schuldig gemacht hat, könnte er dafür strafrechtlich nicht mehr belangt werden. Sie sind verjährt. Auch der seit 2013 geltende Unverjährbarkeitsartikel bei schwerem Kindsmissbrauch würde daran nichts ändern, weil die Verjährung bereits eingetreten ist und Zangger zur Tatzeit bereits 12-jährig gewesen war."

Droht dem Buchautor eine Anzeige wegen Nötigung?


Der bestbekannte  "Milieu"- Anwalt Valentin Landmann sagt auf die Frage:
"in 58-jähriger Mann wirft dem bekannte Pädagogen Jürg Jegge in einem neuen Buch vor, dieser habe ihn vor dreissig Jahren sexuell missbraucht. Darf man solche Vorwürfe einfach so in einem Buch veröffentlichen?
Valentin Landmann: Grundsätzlich darf man das, wenn es sich um eine Person von öffentlichem Interesse handelt. Allerdings kann der Beschuldigte den Autor wegen Verleumdung und übler Nachrede einklagen. Falls der ­Autor die Missbrauchsvorwürfe nicht belegen kann, droht ihm eine Verurteilung. Zusätzlich könnte der Pädagoge Jegge auch Schadenersatz oder Genugtuung fordern. Wenn der Buchautor die Missbrauchsvorwürfe hingegen beweisen kann, wird man ihm wohl nichts angelasten können."
und auf die Frage:
Der Anwalt des Buchautors sagte: «Nachdem wir keine Einigung über ein Schmerzensgeld finden konnten, wollte mein Mandant mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit treten.» Ist das nicht Erpressung?"
sagt Landmann:
"edenfalls begibt sich das Opfer damit auf sehr dünnes Eis. Es kann im strafrechtlichen Sinn Erpressung sein. Es kommt allerdings drauf an, ob der Autor tatsächlich gedroht hat im Sinne von: Wenn du nicht zahlst, mache ich die Vorwürfe in einem Buch publik. Selbst wenn sich die Missbrauchsvorwürfe im Nachhinein erhärten, sind solche Drohungen strafbar. Es wäre dann nicht Erpressung, sondern Nötigung."

«Der Buchautor bewegt sich im Missbrauchsfall auf dünnem Eis»


Ein Bericht in der NZZ mit kritischen Bemekungen "Heute fände sich sicher kein Psychiater, welcher der Ansicht wäre, «dass solche Kontakte unschädlich seien». Immerhin hatte Jegge den Brief an seinen ehemaligen Schüler mit einer Entschuldigung eingeleitet: «Sollte unsere Geschichte Dich früher belastet haben, bleibt mir nur, mich ganz aufrichtig und herzlich bei Dir zu entschuldigen.»"

Missbrauchsvorwürfe an den «Lehrer der Nation


Ein DRS Inteview mit der  Zürcher Bildungsdirektion CVP-Bildungsdirektorin Silvia Steiner

Opfer-Entschädigung im Fall Jegge steht nicht im Vordergrund

Das Buch von Markus Zangger und seine Autoren

Jürg Jegges dunkle Seite


Ein Bericht aus Deutschland im "Tagesspiegel"

"Es war ein Beitrag zur Selbstbefreiung"


Ein  Bericht in der "NZZ am Sonntag" der bezahlt werden muss

Vom Missbrauch der Liebe


Ein "Blick"-Bericht mit widersprüchlichen Aussagen: "Als junger Mann arbeitete er in der Stiftung Märtplatz in Rorbas-Freienstein ZH, die Jegge 1985 gegründet hat. Dobler war psychisch instabil, war dankbar für die Anstellung. «So absurd es heute klingen mag, aber das war die beste Stelle, die ich je hatte», sagt er. «Ich bin wegen der Übergriffe seelisch verarmt. Gleichzeitig bin ich aufgeblüht, weil ich gefördert wurde und viel lernte.» Die Institution sei ein Geschenk gewesen."

«Ich bin danach seelisch verarmt»


Heute (11.04.2017) im SRF

«Club»: Was lernen wir aus dem Fall Jürg Jegge?


Pädophile sind keine Monster und das ist das Problem

Eine Kritik, die auf kritische Stimmen aufmerksam macht: "Juristen störte es, dass Jegge mit der Veröffentlichung des Buches an den Pranger gestellt worden ist. Bis ein Sachverhalt erhärtet ist, gelte für alle die Unschuldsvermutung. Nach der Publikation der Vorwürfe meldete sich nun aber auch noch ein zweites Opfer. Weil Jegge sich bis anhin in Schweigen hüllte, glauben viele Leser die Geschichte. Zumal wir wissen, dass gewisse Kinderfreunde für eine "Pädagogik ohne Zwänge" in der sexuellen Befreiung nichts Anrüchiges gesehen hatten. Dass die Oeffentlichkeit den Vorwürfen vorschnell Glauben schenkt, ist auch den Pädagogen der Odenwaldschule zu verdanken, die ein ungezwungenes Verhältnis mit der Sexualität mit Jugendlichen hatten. Der bekannte grüne Politiker Daniel Cohn-Bendit strauchelte bekanntlich an seiner fragwürdigen Haltung, die er auch noch schriftlich geäussert hatte."

Der Jegge Skandal

Eine harte Kritik mit der Schlussfolgerung: "Dabei hat er aller Wahrscheinlichkeit nach seine Buben unter therapeutischem Vorwand missbraucht, um seine eigene sexuelle Gier zu stillen. Jürg Jegge hat dem schweizerischen Bildungswesen sicherlich wichtige Impulse verliehen. Doch sein Ruf als Philanthrop und "good guy" mit der warmherzigen Stimme, dem so viele Menschen, Leser und Freunde vertraut haben, ist ebenso dahin wie sein Image als bildungspädagogische Lichtgestalt. Es stimmt wohl: Dummheit ist lernbar. Dummheit ist aber auch praktizierbar."

Fall Jegge: Dummheit ist praktizierbar


Ein weiterer kritischer Bericht: "Schon am Tag der Buchveröffentlichung hatte zum Beispiel die «Neue Zürcher Zeitung» geschrieben, dass der Umstand, dass Jürg Jegge keine Gelegenheit hatte, Stellung zu nehmen, «eine offensichtliche Schwäche» sei, und «sowohl aus journalistischer wie aus rechtlicher Sicht nicht haltbar».
Doch Co-Autor Stamm war sich völlig bewusst, was er tat. Er begründete die unterlassene Anhörung damit, dass er dem Täter keine Bühne für angebliche Rechtfertigungen und damit abermals Macht über das Opfer habe geben wollen, womit er der Kritik schon an der Präsentation des Buches am letzten Dienstag zuvor kam

Fall Jegge: medienethischens Dilemma - Opferschutz versus Anhörungspflicht

Diverse Sendungen bei SRF zu der Vorgeschichte, die zum "Fall Jegge" führte und Meldungen

Was von der Reformpädagogik bleibt


Ein ausführlicher, guter Bericht in der Weltwoche 2016:"Sie haben einmal gesagt: «Wenn die Lehrperson die Kinder gern hat, richtet die Schule wenigstens keinen Schaden an.»
Das ist auch so eine Binsenwahrheit, die mittlerweile von Neurobiologen bestätigt worden ist und deshalb in der Pädagogik wieder wichtig wird: Die Grundlage für gutes Lernen ist eine funktionierende Beziehung zwischen Schüler und Lehrer. Nur wenn die Beziehung stimmt, glaubt das Kind, wenn der Lehrer ihm sagt: «Es ist wichtig, einigermassen fehlerfrei schreiben zu können, sonst wirst du später ausgelacht.»"

«Problemkinder sind interessanter»


Eine harte Abrechnung kmit Jegge:
"Eine dreistere Ausrede für sexuellen Missbrauch von Kindern gab es noch selten. Angeblich soll es in den 70ern und 80ern üblich und toleriert gewesen sein, dass Lehrer ihre Schüler betatschten und so befreiten. Das erzählt der einst hochgelobte Pädagoge Jürg Jegge in Interviews landauf, landab. Ein absoluter Blödsinn."

Es gab nie eine Toleranz für Pädophile, auch nicht in den 80ern


Ein zwiespältiger Bericht, der nur am Rande den "Fall Jegge" erwähnt, aber auf die früheren Verhältnisse in Zürich eingeht und z.B. dies feststellt.: "Marcel Bertschi, der damalige Leiter der Staatsanwaltschaft, beendete schliesslich das Verfahren, weil keine stichhaltigen Verdachtsgründe gegen den Gerichtspräsidenten vorlagen. Nun geriet Bertschi selber ins Visier der Ermittler. Die Sittenpolizei verdächtigte ihn, den Gerichtspräsidenten aus Solidarität unter Pädophilen zu decken. Bertschi betont heute, dass er mit Pädophilie nie das Geringste zu tun gehabt habe. Den Vorwurf, dass er den Gerichtspräsidenten aus Solidarität gedeckt habe, hält er für absurd: «Hätten wir irgendwelche stichhaltige Indizien gehabt, hätten wir mit Handkuss gegen ihn ermittelt – schliesslich hat er uns verschiedentlich Urteile gekippt.»

Staatsanwalt gegen Staatsanwalt


Aus der "Weltwoche" , Ausgabe 27/2015:
"Pädagogischer Sprengstoff im Plastiksack
Es gehe nicht an, dass Jegge seine Taten mit dem Zeitgeist der siebziger Jahre erkläre, den Missbrauch verharmlose, indem er sich auf das damalige Denken im «grün-linken Kuchen» berufe, heisst es nun in allen Kommentaren. Auch Nazis hätten sich nicht später mit dem Argument herausreden können, im Nationalsozialismus seien ihre Verbrechen legal gewesen, schreibt etwa Daniel Gerny in der NZZ.

"Der Vergleich ist drastisch, aber er stimmt in der Sache. Denn unabhängig vom Zeitgeist und auch vom geltenden Recht gibt es ethische Regeln der Menschlichkeit, die man schuldlos nicht brechen kann. Mochten die «Sexfrontler» aus dem grün-linken Kuchen damals auch Tabus einreissen und fest an den Sexualforscher Wilhelm Reich und die befreiende Wirkung des Orgasmus glauben: In den Übergriffen auf Kinder haben sie ihre eigenen Ideale verraten, nämlich die Freiheit aller zu fördern. Der grosse Fehler – aus heutiger Sicht – war es, die Unterscheidung der Generationen einzuebnen; das tabulose Du zwischen Kindern und Erwachsenen war naiv und überfordernd. Auch damals hätte klar sein müssen, dass ein Kind keine Sprache haben kann für missbräuchliche Übergriffe – wo es doch selbst Erwachsenen oft schwerfällt, im richtigen Moment Nein zu sagen.
Zu fast jedem Buch weiss der Verleger eine ­Geschichte zu erzählen. Da war zum Beispiel ein gänzlich unbekannter Sonderschullehrer aus Embrach, der mit einem gutgefüllten Plastiksack zum Verlag gekommen sei. Jürg Jegge hiess der schüchterne Mann, und in dem Sack befand sich ein Manuskript, das sich als Sprengstoff erweisen sollte: «Dummheit ist lernbar» (1976), ein Frontalangriff auf das hiesige Schulsystem. Die Streitschrift, in welcher der Autor darlegte, wie lernbegierige Kinder durch falsche Pädagogik zu Problemfällen ­gemacht werden, wurde zum grössten Erfolg der Verlagsgeschichte mit über 100 000 verkauften Exemplaren allein in der Schweiz. Selbst die konservative NZZ titelte: «Ein aufrüttelndes Buch». "

Politik, Sex und Troubadours

Die "WOZ" stimmt dem Vergleich in der NZZ mit den Nazis zu, dass man sich nicht mit dem Zeitgeist herausreden könne:
"Es gehe nicht an, dass Jegge seine Taten mit dem Zeitgeist der siebziger Jahre erkläre, den Missbrauch verharmlose, indem er sich auf das damalige Denken im «grün-linken Kuchen» berufe, heisst es nun in allen Kommentaren. Auch Nazis hätten sich nicht später mit dem Argument herausreden können, im Nationalsozialismus seien ihre Verbrechen legal gewesen, schreibt etwa Daniel Gerny in der NZZ.
Der Vergleich ist drastisch, aber er stimmt in der Sache. Denn unabhängig vom Zeitgeist und auch vom geltenden Recht gibt es ethische Regeln der Menschlichkeit, die man schuldlos nicht brechen kann. Mochten die «Sexfrontler» aus dem grün-linken Kuchen damals auch Tabus einreissen und fest an den Sexualforscher Wilhelm Reich und die befreiende Wirkung des Orgasmus glauben: In den Übergriffen auf Kinder haben sie ihre eigenen Ideale verraten, nämlich die Freiheit aller zu fördern. Der grosse Fehler – aus heutiger Sicht – war es, die Unterscheidung der Generationen einzuebnen; das tabulose Du zwischen Kindern und Erwachsenen war naiv und überfordernd. Auch damals hätte klar sein müssen, dass ein Kind keine Sprache haben kann für missbräuchliche Übergriffe – wo es doch selbst Erwachsenen oft schwerfällt, im richtigen Moment Nein zu sagen."


Sowohl der zitierte Gerny noch die "WOZ" sehen aber darüber hinweg, dass der Nationalsozialismus damals eine vom deutschen Volk bejubelte Entwicklung betraf, dass also auch das Volk in diesem Zeitgeist lebte und diesem zustimmte.
Der Vergleich hinkt auch deshalb so, dass er hinfällig wird, weil er von nicht zutreffenden Fakten ausgeht. Da wird behauptet, Wilhelm Reich hätte "Übergriffe" auf Kinder gerechtfertigt und man habe versucht, "
die Unterscheidung der Generationen einzuebnen" . Mag sein, dass es auch damals Kinder gab, die überfordert waren in dem, was Erwachsene von ihnen verlangten und mit ihnen taten. Aber ist das heute anders? Was wird nicht alles von Kindern gefordert, das sie von sich aus nicht täten. würden sie nicht von Erwachsenen dazu aufgefordert, oft auch gezwungen in der Absicht, für das Kind etwas Gutes zu tun!
Damals war man einfach konsequenter und wollte die Grenze aufheben, die dort gesetzt wurden, wo es um Sexualität geht. Wenn heute immer noch axiomartig gilt:"
Auch damals hätte klar sein müssen, dass ein Kind keine Sprache haben kann für missbräuchliche Übergriffe – wo es doch selbst Erwachsenen oft schwerfällt, im richtigen Moment Nein zu sagen."  
Auch da wieder: Man geht einfach davon aus,dass alles "missbräuchliche Übergriffe" sind,, wenn es um Sexualität geht und dass auch das Kind jede sexuell betonte Berührung als "missbräüchlichen Übergriff" empfindet oder verlangt vom Kind, dass es so empfinden muss.Es müsste eben auch gelten, dass auch ein Kind nicht nur "nein", sondern auch "ja" sagen darf, weil auch ein Kind Rechte hat. Wenn ein Kind einfach prinzipiell nur "nein"  sagen soll, wenn der Erwachsene etwas von ihm will, was nach Gesetz verboten ist, müsste eben auch einmal unvoreingenommen darüber diskutiett werden dürfen, ob es richtig ist, gesetzlich Grenzen zu setzen,welche dem Kind mehr schaden als nützen.   

Der Fall Jegge, Als sei die Uhr zurückgedreht


Vor dreissig Jahren lancierte die sogenannte Pädophilen-Bewegung ihre Forderungen auch in der Schweiz

So beginnt dieser Bericht:
Seit 1993 sitzt der mittlerweile 70-jährige Beat Meier hinter Gefängnismauern. Meier wurde in den 1990er-Jahren zu einer mehrjährigen Strafe verurteilt, weil er sich an zwei Stiefsöhnen, die damals zwischen sieben und dreizehn Jahre alt waren, vergriffen haben soll. Das Gericht ordnete eine Verwahrung im Anschluss an die Strafverbüssung an, die bis heute andauert. Meier ist nicht nur einer der wenigen bekennenden Pädophilen in der Schweiz, er gehörte in den 1980er-Jahren zu den engagiertesten Anhängern der sogenannten Pädophilen-Bewegung. Deren Ziel war es, Pädophilie gesellschaftsfähig zu machen."
Ich habe dem Autor Daniel Gerny folgendes Mail gesandt:
Sehr geehrter Herr Gerny,
Zu Ihrem Bericht: "Vor dreissig Jahren lancierte die sogenannte Pädophilen-Bewegung ihre Forderungen auch in der Schweiz" möchte ich Sie Fragen, ob Sie mit Herrn Beat Meier Kontakt aufgenommen haben, bevor sie ihn namentlich erwähnten?
Nach Ihren Worten scheint es Ihnen problemlos und richtig, dass Beat Meier verwahrt ist. Hätten Sie mit ihm Kontakt aufgenommen, könnten Sie nicht mehr so ohne weiteres davon ausgehen, dass in seinem "Fall"  alles mit rechten Dingen abgelaufen ist und es müsste Ihnen eher Anlass geben, über einen "Justizskandal" zu schreiben!
Dies ist das eine, was ich Ihnen mitteilen möchte.
Das zweite, was mir zu denken gibt---  Sie schreiben: "Zu den bekanntesten Verfechtern der Rechte Pädophiler, welche sogenannt gewaltfreie Pädosexualität nicht nur verharmlosten, sondern sogar fördern wollten, gehörte zu dieser Zeit der holländische Sexualwissenschafter Frits Bernard."
aber seine Ansichten gehören zu dem, was Sie zu den Debatten 1980er-Jahre zählen, die " aus heutiger Sicht als Verirrung aus einer längst vergangenen Zeit" gelten.
Ja, das trifft wohl zu, aber weshalb dies so ist, darf kaum mehr öffentlich anders dargestellt werden, als eben mit dem Hinweis, dass sich heute alle Experten einig sind, dass Kinder vor "Erwachsenensexualität" geschützt werden müssen.
Was heisst aber "alle Experten" ?
Sind Bernard, Brongersma und sehr viele andere, die heute verschwiegen oder nur noch als "Verirrte" gelten, keine ernst zu nehmenden Experten?
Kennen Sie z.B. das Buch : http://tinjos.ch/files/Tabuzone-e-Version.pdf , oder diese Seite, wo wissenschaftliche Berichte zu finden sind, die in öffentlichen Diskussionen zum Thema kaum je erwähnt werden oder nur als "Verirrung" abgetan werden: http://www.itp-arcados.net/wissenschaft.html  ?
Gerade Sie als Journalist müssten sich überlegen, ob nicht auch hinterfragt werden sollte, ob wirklich alles nur Verirrungen waren, was in den 80erJahren diskussionswürdig war und ob alle die damals ernst genommen wurden, nur Spinner oder einfach nur für "Kinderschänder" Werbung machten.
Mit freundlichen Grüssen, M J"

Meine früher einmal gehabten Gedanken zu

Dummheit ist lernbar... Überlegungen...

Neuester Bericht zum "Fall Jegge": NZZ, 5.Oktober 2017

... und eine "DOK"-Sendung im SRF
mit einer sehr tendenziösen und einseitig aufgebau(sch)ten Verurteilung Jegges.
Einziger Lichtblick darin: die Kommentare früherer Weggefährten Jegges!

 
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